Seminar für die Bundeswehr

Unter dem Thema der Sicherheitspolitik in einem souveränen Europa widmete sich ein dreitägiges Seminar für die Bundeswehr den politischen, historischen und sicherheitspolitischen Herausforderungen der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten. Den Auftakt bildete eine Einführung in die Funktionsweise der Europäischen Union sowie ihre vielfältigen Auswirkungen auf den Alltag. Daran anschließend fragte das Seminar nach der Rolle Deutschlands in Europa, das zwischen wirtschaftlicher Stärke, politischer Verantwortung und historischer Zurückhaltung immer wieder vor der Frage steht, welche Führungsrolle es innerhalb der Europäischen Union einnehmen kann und soll. Einen weiteren Schwerpunkt des ersten Seminartages bildeten die deutsch-französischen Beziehungen, die seit Jahrzehnten als Motor der europäischen Integration gelten und deren Bedeutung angesichts aktueller Krisen und geopolitischer Herausforderungen erneut deutlich wurde. Abgerundet wurde der Tag durch eine Führung im Haus der Geschichte Baden-Württemberg, die historische Entwicklungen des Landes in ihren europäischen Kontext einordnete.

Im Mittelpunkt des zweiten Seminartages stand eine Studienfahrt nach Straßburg, bei der die Teilnehmenden einen vertieften Einblick in die Arbeitsweise des Europäischen Parlaments erhielten. Nach einer Einführung in die parlamentarischen Entscheidungsprozesse bot insbesondere der Informationsbesuch im Europäischen Parlament die Gelegenheit, europäische Politik unmittelbar vor Ort zu erleben. Einen besonderen Höhepunkt stellte dabei das Gespräch mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann dar, in dessen Verlauf aktuelle Fragen der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik diskutiert wurden. Im Fokus standen unter anderem die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, die zunehmende aber dringend ausbaubedürftige Zusammenarbeit der europäischen Rüstungsindustrie sowie die Aufgaben des neu geschaffenen Verteidigungsausschusses des Europäischen Parlaments. Die Diskussion verdeutlichte, wie stark Fragen der gemeinsamen Sicherheit inzwischen den politischen Alltag der Europäischen Union prägen.

Der abschließende Seminartag griff diese Themen auf und vertiefte sie im Rahmen mehrerer Vorträge zur strategischen Handlungsfähigkeit Europas. Dabei wurden sowohl innere Herausforderungen wie gesellschaftliche Polarisierung und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit als auch äußere Bedrohungen durch autoritäre Akteure behandelt. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den institutionellen Strukturen und den handelnden Persönlichkeiten der europäischen Außen- und Verteidigungspolitik sowie auf der Rolle Russlands als sicherheitspolitischer Herausforderung für Europa. Den Abschluss bildete eine Führung durch den Erinnerungsort Hotel Silber, die die Geschichte von Verfolgung und staatlicher Gewalt während der nationalsozialistischen Diktatur nachzeichnete und zugleich die Bedeutung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und historischer Erinnerung für das heutige Europa eindrucksvoll unterstrich.

Wir danken den Teilnehmenden für den spannenden Austausch!

Bilder: Europa Zentrum Baden-Württemberg

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