Schülerinnen und Schüler erleben Europapolitik hautnah
Am 21. und 22. Oktober 2026 konnten Schülerinnen und Schüler gleich zweier Gymnasien das Europäische Parlament in Straßburg besuchen und die Gestaltung europäischer Politik live miterleben.
Am Mittwoch reiste das Hohenstaufen-Gymnasium aus Göppingen mit einem Bus voller Schülerinnen und Schüler in Begleitung mehrerer Lehrkräfte zum Sitz des Europäischen Parlaments nach Straßburg. Die Anreise wurde für eine thematische Einführung genutzt, bei der die Jugendlichen auch entdecken konnten, wo ihnen „Europa im Alltag“ begegnet, ohne dass ihnen dies zuvor bewusst gewesen war. Bei einem EU-Quiz auf dem Smartphone konnten sie ihr EU-Wissen überprüfen.
Der Besuch im Parlament begann mit der obligatorischen Sicherheitskontrolle und dem Ausdrucken des Besucherausweises an Self-Check-in-Automaten wie am Flughafen. Im Gebäude wurde die Gruppe von Axel Heyer, einem ausgezeichneten Mitarbeiter des Besucherdienstes des Europäischen Parlaments, empfangen. Er machte deutlich, dass es bei einem Parlamentsbesuch um mehr als technische Details geht. Besonders wichtig sei zu begreifen, dass in der Europäischen Union die Mitgliedstaaten auf Augenhöhe miteinander handeln und sich dafür eine gemeinsame Werteordnung gegeben haben. Die EU-Werte – Menschenwürde, Menschenrechte, Freiheit, Demokratie, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit – bilden die Grundlage dieser freiwilligen Staatengemeinschaft, die offenbar auch viele weitere Staaten anzieht.
Anschließend konnten die Teilnehmenden mit dem Europaabgeordneten Michael Bloss sprechen. Im Vordergrund standen Fragen zu umweltpolitischen Themen. Die Fragerunde musste dann aufgrund der um 12 Uhr beginnenden Abstimmungen beendet werden. An den Abstimmungen nehmen im Prinzip alle Abgeordneten teil, die sich im Parlamentsgebäude befinden. Für die Schülergruppe ergab sich dadurch die Chance, das Geschehen im Plenarsaal von der Besuchertribüne aus zu verfolgen. Da dort alle Sitzplätze mit Kopfhörern ausgestattet sind, konnten die Schülerinnen und Schüler die Abstimmung in den 24 Amtssprachen der EU verfolgen, auch wenn sie die meisten davon nicht verstehen konnten. „Eine coole Sache“, so eine Schülerin.
Am 22. Oktober startete ein Bus voller Schülerinnen und Schüler des Hilda-Gymnasiums aus Pforzheim nach Straßburg, mit einem ähnlichen Programm. Bei strahlendem Sonnenschein konnten sie zunächst die Straßburger Altstadt mit dem Viertel Petite France erkunden, da ihr Parlamentstermin erst am Nachmittag lag.
Ihr Gesprächspartner war der Europaabgeordnete René Repasi. Er nahm sich eine Stunde Zeit, um die vielen Fragen der Schülerinnen und Schüler zu verschiedenen Politikfeldern und seiner eigenen thematischen Arbeit im Parlament zu beantworten. Im Anschluss konnte die Gruppe von der Besuchertribüne aus eine Debatte im Plenarsaal über die im Juli beschlossene Ausnahme für russische Zobelfelle von den EU-Sanktionen verfolgen, in der auch der für Handel zuständige EU-Kommissar Maroš Šefčovič sprach. Auf die Kritik der Abgeordneten an dieser Entscheidung erwiderte er, ohne seine Redezeit auszuschöpfen: Das habe der Rat der Europäischen Union entschieden.
Gut, dass die Schülerinnen und Schüler vorbereitet waren und somit verstehen konnten, dass die Mitgliedstaaten für diese Entscheidung verantwortlich waren und nicht die EU-Kommission.
Beide Studienfahrten wurden von der Europaabteilung des Ministerium des Inneren, für Digitales und Europa ermöglicht.
Bilder: Europa Zentrum Baden Württemberg

