Start unserer neuen Veranstaltungsreihe „Deutschland deine Nachbarn“ mit einen Blick nach Ungarn!

Am 23. Juni 2026 startete die neue Veranstaltungsreihe „Deutschland deine Nachbarn“ mit einen Blick nach Ungarn. Mit der Reihe möchte das Europa Zentrum Baden-Württemberg gemeinsam mit der Außenstelle Tübingen der Landeszentrale für Politische Bildung, dem Institut für Politikwissenschaft der Uni Tübingen, der Europa-Union und JEF Tübingen sowie dem Landratsamt Tübingen europäische Nachbarländer aus deren eigener Innenperspektive beleuchten und aktuelle Entwicklungen differenziert einordnen.

Den Auftakt machten die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Ungarn nach den Parlamentswahlen im April 2026. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Folgen der Wahlsieg der TISZA-Partei für Innenpolitik, Rechtsstaatlichkeit, EU-Politik und das Verhältnis zu Deutschland haben könnte. Dr. Kai-Olaf Lang von der Stiftung Wissenschaft und Politik analysierte die politischen Verschiebungen in Ungarn fundiert und zeigte, dass die Wahlen eine wahre Zäsur gewesen sind. Mit Péter Magyar habe ein „Anti-Orban“ gewonnen, der mit seiner unideologischen, konservativen Ausrichtung die absolute Mehrheit an Stimmen habe erringen können. Schon wenige Wochen im Amt ginge er glaubhaft Reformen zur Verbesserung der Rechtsstaatlichkeit an, richte die Außenpolitik Ungarns neu aus (EU-freundlicher, Wiederbelebung der Visegrad-Länder) und habe somit auch einen Teil der von EU zurückgehaltenen Subventionen freimachen können.

Die anschließende Diskussion knüpfte an verschiedene Fragen an, etwa, wieso es Victor Orban und FIDESZ nicht gelungen war, Magyar zu verunglimpfen oder wie es um die ungarische Wirtschaft allgemein bestellt sei. Die erste Frage beantwortete Herr Lang mit Hinweis auf die ehemalige Zugehörigkeit Magyars zu FIDESZ und dass „Brot und Butter“-Themen wie die Inflation für viele Ungar:innen im Vordergrund gestanden hätten. Für die ungarische Wirtschaft werde es entscheidend sein, die vollen EU-Mittel auszuschöpfen und die energiepolitische Entkopplung von russischer Energie voranzutreiben – wobei gerade letzteres darauf hinweise, dass Ungarn auch unter TISZA ein ambivalentes Verhältnis zwischen Ost- und Westeuropa einnehmen wird.

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